Forderungsaufkauf / Forderungskauf

Der Forderungskauf ist eine Dienstleistung von Inkassounternehmen, welche den Kauf offener Forderungen eines Gläubigers gegenüber seiner Schuldner beinhaltet. Möchte der Gläubiger sofortige Liquidität, Verwaltungskosten einsparen oder sich einfach nicht mehr um den Einzug aller oder eines Teils seiner Außenstände kümmern, bietet sich der Verkauf seiner Forderungen an einen Inkassodienstleister an. Er verliert dabei seine Gläubigerposition, also alle Rechte und Pflichten bezogen auf seine Forderungen gegenüber seinen Kunden. Hierbei kommen unterschiedliche Forderungen in Frage, wie kaufmännisch ausgemahnte oder gar titulierte, bereits abgeschriebene Forderungen. Zudem können auch erst zu einem späteren Zeitpunkt auftretende noch völlig unbekannte Forderungen verkauft werden.

Unterschiede im Forderungskauf

Beim Forderungskauf wird zwischen der Forfaitierung und dem Factoring unterschieden. Die Forfaitierung hat konkret bestehende offene Forderungen zum Inhalt. Hingegen spricht man von Factoring, wenn sich der Kauf auf erst später entstehende noch unbekannte Forderungen bezieht. Ein wichtiger Unterschied besteht hierbei auch bezüglich der Veritätshaftung des Verkäufers. Ist eine verkaufte Forderung nicht rechtskräftig, z.B. wenn sie gar nicht abtretbar war oder mit Einreden behaftet ist, so kann sie beim Factoring durch eine alternative Forderung ersetzt werden. Bei der Forfaitierung ist dies dagegen nicht möglich. Der Forderungsverkäufer wird nach § 311a Abs. 2 Satz 1 BGB schadensersatzpflichtig, da anfängliche Unmöglichkeit vorliegt.