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Inkasso - hier alles Wichtige erfahren

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen rund um das Thema Inkasso sowie Verlinkungen zu weiterführenden Informationen.

Finden Sie die passende Inkasso-Lösung.

Was trifft am besten auf Sie zu?

Haben Sie eine Einzelforderung oder wiederkehrende Forderungen?

Wie hoch ist die Forderung?

Wurde die Forderung bereits tituliert?

Was ist die Grundlage Ihrer Forderungen?

Gegen wen richteten sich Ihre Forderungen?

Wo ist der Schuldner ansässig?

Wie viele Inkasso-Forderungen fallen bei Ihnen typischerweise pro Jahr an?

Wie hoch ist das typische Volumen pro Forderung?

Einführung

Inkasso ist für viele Gläubiger sowie Schuldner Neuland. Auf dieser Seite haben wir versucht die häufigsten Fragen und Themen rund um Inkasso kurz und prägnant zu erläutern. In vielen Abschnitten finden Sie auch weiterführende Links, um detailliertere Informationen zu erhalten.

Kurzusammenfassung:

  • Beim Inkasso handelt es sich um Dienstleistungen rund um das Einziehen bzw. die Eintreibung fälliger Forderungen.
  • Gläubiger geben ihre Forderungen typischerweise an Inkassodienstleiter ab, um Kosten/ Aufwand zu sparen und eine höhere Chance auf Realisierung Ihrer Forderung zu haben.
  • Inkasso fokussiert sich auf das vorgerichtliche und gerichtliche Mahnverfahren. Inkassobüros bieten oft aber auch weitere Dienstleistungen im Forderungsmanagement, wie z.B. Bonitätsprüfungen, an.
  • Inkasso ist meist bedeutend vorteilhafter ist als die eigene Bearbeitung der Forderungen durch Gläubiger
  • Zwischen anderen Instrumenten wie Warenkreditversicherungen und Factoring ist je nach Situation im detaillierten Vergleich zum Inkasso abzuwägen. Anwälte sind bei bestrittenen Forderungen der richtige Ansprechpartner.
  • Wer den richtigen Inkassodienstleister finden möchte sollte sich über die eigenen Anforderungen im Klaren sein und diese gegen eine Checkliste zur Auswahl von Inkassounternehmen vergleichen. Diese haben ist unten verlinkt.
  • Die Beauftragung von Inkasso kann meist kurzfristig erfolgen, so dass innerhalb weniger Stunden oder Tage mit der Eintreibung der Forderung begonnen werden kann.
  • Inkassogebühren werden hauptsächlich durch den Schuldner gezahlt, da der für den Verzugsschaden des Gläubigers aufkommen muss. Je nach Forderungsart berechnen Inkassounternehmen jedoch auch Kosten an den Gläubiger.
  • Für Schuldner gibt es zahlreiche Angebote sich über Inkasso zu informieren. Diese sind im unteren Teil der Seite beschrieben.

1. Allgemeines

Was ist Inkasso?

Beim Inkasso treibt ein vom Gläubiger beauftragter Inkassodienstleister überfällige Forderungen gegenüber einem Schuldner ein. Meist nutzt man ein Inkassobüro oder zum Einzug von Forderungen, weil man selbst keinen Erfolg mit Mahnungen und Telefonaten bei seinem Schuldner hatte.

Inkassounternehmen sind meist effektiver beim Eintreiben von Schulden und im Erfolgsfall werden Ihre Kosten vom Schuldner getragen.

Im Wesentlichen fordern Inkassodienstleister Schuldner auf, offene Forderungen zu begleichen, schließen Ratenvereinbarungen und führen Korrespondenz mit den Schuldnern. Dies kann postalisch, telefonisch oder auch persönlich vor Ort geschehen.

Wenn Sie mit dem Thema Inkasso noch unvertraut sind, empfiehlt sich dieses Video des Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen e.V. (BDIU):

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1.2 Wieso wird Inkasso genutzt?

Gläubiger nutzen typischerweise aus zwei Hauptgründen Inkasso:

  1. Höhere Realisierungsquoten: Inkassobüros sind Profis darin Geld einzutreiben. Sie haben qualifiziertes Personal, kennen sich rechtlich sehr gut aus und verfügen meist über langjährige Erfahrung. Deshalb treiben sie (im Vergleich zu Gläubigern, die das Forderungsmanagement intern betreiben) ihre Forderungen fast immer besser und schneller ein.
  2. Geringere Kosten: Als Gläubiger Forderungen selbst einzutreiben ist oft teurer, da Arbeitsprozesse deutlich weniger ausgereift sind als bei Inkassodienstleisters. Des Weiteren darf der Gläubiger selbst keine Inkassogebühren berechnen. Die Kosten für ein Inkassounternehmen können jedoch an den Schuldner als Verzugsschaden weitergegeben werden (sog. Verzugsschaden).
Kollegen In Der Buchhaltung Sprechen über Inkasso

1.3 Welche Dienstleistungen bieten Inkassobüros an?

Der Schwerpunkt der Tätigkeit von Inkassobüros liegt im vorgerichtlichen Inkasso von Forderungen. Das heißt im Wesentlichen die Korrespondenz mit dem Schuldner durch Briefe, SMS, Telefonate und je nach Dienstleister auch Besuche vor Ort durch einen Inkasso-Außendienst. Ziel ist es die Forderung, die ein Kunde nicht beglichen hat, außergerichtlich zu realisieren. Daneben werden aber noch einige andere Dienstleistungen angeboten. Hier eine Liste:

  • Bonitätsauskünfte
  • Adressermittlung
  • Außergerichtliches Mahnverfahren (Fokus)
  • Gerichtliches Mahnverfahren
  • Forderungsüberwachung
  • Auslandsinkasso
  • Forderungskauf
  • Rechnungsstellung
  • Außendienstbesuche
  • Sicherstellungen
Checkliste Mit Inkassodienstleistungen

1.4 Wie läuft Inkasso ab?

Zahlt ein Kunde seine offene Forderung nicht kann das betroffene Unternehmen die Forderung an ein Inkassodienstleiser abtreten.

Im ersten Schritt wird das Inkassobüro versuchen, die Schulden außergerichtlich einzufordern. Hierfür fordert es den Schuldner mit schriftlichen Mahnungen zur Zahlung auf und nimmt ebenso telefonisch Kontakt auf. Spezialisierte Inkassounternehmen realisieren Forderungen auch über einen Außendienst, der Schuldner am Wohnort oder Firmensitz besucht.

Wenn die Forderung außergerichtlich nicht wird, kann das Inkassounternehmen die Forderung auch in einem gerichtlichen Mahnverfahren realisieren. Zunächst erwirkt das Inkassounternehmen einen Mahnbescheid und, falls nötig, auf dessen Grundlage einen Vollstreckungsbescheid.

Mit diesem Vollstreckungsbescheid kann der Gläubiger oder das beauftragte Unternehmen die Forderung im Wege der Zwangsvollstreckung durchsetzen. Schuldner haben dann Vollstreckungsmaßnahmen zu erwarten. Bspw. wird ein Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen, oder eine Kontopfändung durchgeführt.

Kann eine Forderung auch nach initialen Vollstreckungsmaßnahmen nicht realisiert werden, überwachen Inkassounternehmen den Zahlungsanspruch daraus für weitere 30 Jahre. Kommt der Schuldner wieder zu Geld, kann die Restforderung evtl. realisiert werden.

Hier wird das Inkassovorgehen noch einmal im Detail erklärt.

Inkassovorgehen In 5 Schritten | Germania Inkasso

2. Inkasso-Themen für Gläubiger

2.1 Ist Inkasso die passende Wahl?

2.1.1 Welche Vorteile hat Inkasso für Gläubiger?

Ein Inkasso bei offenen Forderungen zur Hilfe zu nehmen hat einige Vorteile gegenüber einer Eigenbearbeitung, z.B.:

  • Höhere Erfolgsquote: Das Inkassounternehmen hat als Profi normalerweise höhere Chancen Ihre Forderung zu realisieren.
  • Kein interner Aufwand: Sie müssen keine wertvolle Zeit auf das Eintreiben von Forderungen verwenden.
  • Umwälzung von Gebühren auf den Schuldner: Der Schuldner muss Inkassogebühren tragen und trägt dadurch im Erfolgsfall auch die Kosten des Inkassounternehmens.

Provokant kann man feststellen, dass die Nutzung von Inkasso fast immer sinnvoller ist als überfällige Forderungen selbst zu bearbeiten. Selbstverständlich sollten Sie Kunden vorher gemäß den marktüblichen Geschäftspraktiken mahnen. Je nach Branche und Kundenart sind es meist 1-3 Mahnungen. Wer Forderungen ohne Vorwarnung an ein Inkassobüro übergibt, riskiert es den Kunden zu verärgern, da dieser die Inkassogebühren tragen muss. Hier finden Sie unsere Anregungen für Ihr Mahnwesen.

Person Berät Zu Vorteilen Von Inkasso.

2.1.2 Wann sollte ich Inkasso statt eines Anwalts nehmen?

Unsere Meinung: Nur wenn Forderungen vor der Übergabe strittig sind, sollten Sie einen Anwalt für Ihr Inkasso nutzen. Wenn Sie regelmäßig mit nicht zahlenden Kunden zu tun haben, sollten Sie sich an ein Inkassounternehmen wenden. In vielen Fällen sind Inkassounternehmen die günstigere, erfolgreichere und kundenfreundlichere Option.

Hier zu mehr Details in unserem Blogbeitrag.

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2.1.3 Wie unterscheidet sich Inkasso zu Factoring oder Warenkreditversicherungen?

Factoring

Factoring ist eine Finanzierungsform bei der die Forderungen eines Unternehmens an einen Dienstleister (Factor) abgetreten werden und dieser dafür einen hohen Teil der Forderung unmittelbar an das Unternehmen zahlt. Wenn das Unternehmen seine Waren/ Dienstleistungen liefert, zahlt der Kunde an den Factor. Vorteil ist, dass das Unternehmen sofort Liquidität erhält und je nach Factoring-Art auch vom Ausfallrisiko befreit wird. Im Unterschied zum Inkasso werden allerdings alle Forderungen an den Factor abgegeben, welcher vielleicht weniger zimperlich mit Top-Kunden ist, wenn Rechnungen spät bezahlt werden. Daher sollten Sie sich fragen, ob Sie auch die Kommunikation zu Ihren Top-Kunden in die Hände des Factoring-Unternehmen geben wollen.

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Kreislauf Factoring | Germania Inkasso

Warenkreditversicherungen

Bei Warenkreditversicherungen (WKV) handelt es sich um Versicherungen gegen den Ausfall von Forderungen aus Warenlieferungen und/ oder Dienstleistungen. Gegen eine jährliche Gebühr werden bestimme Forderungen (je nach WKV Ausgestaltung) gegen Ausfall versichert und im Schadenfall bezahlt. Wenn bei Fälligkeit einer versicherten Forderung keine Zahlung erfolgt, leitet der Lieferant das Mahnverfahren ein. Falls der Kunde noch immer nicht zahlt, übernimmt der Kreditversicherer das Inkasso. Dazu wird dem Schuldner eine Frist gesetzt, zu der die Zahlung erfolgen muss. Falls die Zahlungsfrist erfolglos verstreicht, zahlt die Versicherung einen Teil der Nettoforderung an den Lieferanten aus. Die Zahlung erfolgt auch bei einer Insolvenz des Schuldners. Im Gegensatz zum Inkasso erhält der Gläubiger auch sein Geld, wenn der Schuldner nicht zahlen kann. Allerdings wird dieser Vorteil nicht ohne Kosten gewährt. Wer sich für eine WKV entscheidet sollte daher das meist komplizierte Kosten- und Fallgerüst mit Inkasso vergleichen. Seit dem Eintritt der Corona-Krise erhalten wir auch immer öfter Informationen über Unternehmen, deren Warenkreditversicherer Ihre Forderungen nicht mehr bzw. nicht mehr vollständig versichert. In diesen Situationen kann ein Wechsel zum Inkasso von Vorteil sein.

Jetzt Wechsel zu Inkasso prüfen
Was Ist Eine Warenkreditversicherung

2.2 Wie wähle ich das richtige Inkasso aus?

2.2.1 Worauf sollte ich bei der Auswahl eines Dienstleisters für Inkasso achten?

Der optimale Inkassodienstleister kann je nach Gläubiger und Situation stark variieren. Hier haben wir eine Liste mit den wichtigsten Dimensionen anhand zweier unterschiedlicher Unternehmen zusammengetragen:

Unser Beispiel

Anhand dieser Beispiele wird klar, dass das Unternehmen A eine ganz andere Art von Inkasso benötigt als B. Unternehmen A benötigt einen auf B2B spezialisiertes Inkassobüro, das Forderungen individuell behandelt. Unternehmen B braucht einen Inkassodienstleister mit hoch standardisierten Prozessen und hoher Effizienz.

Wenn Sie ein Unternehmen sind, dass B2B Schuldner hat, haben wir hier für Sie detailliert erläutert, was ein Top Inkassounternehmen ausmacht.

Das weiteren gibt es Kriterien, die generell für die Auswahl des richtigen Dienstleisters für Inkasso gültig sind:

Performance

Hohe Realisierungsquote?

Hoher Anteil an außergerichtlich realisierten Forderungen?

Vorgehen

Passende Prozesse zu Ihren Forderungen (meist individual bei B2B und Massenansatz bei B2C)?

Stringente Forderungsüberwachung bei titulierten Forderungen?

Dienstleistungen

Arbeitet mit bundesweitem Außendienst (vor allem bei B2B wichtig)?

Auslandsinkasso?

Modernes Gläubigerportal?

Kooperation mit Auskunfteien wie der Schufa?

Seriösität

Professioneller Umgang mit Schuldnern?

Mitglied in Branchenverbänden wie dem BDIU e.V.?

Referenzen und Branchenexpertise

Referenzen in der jeweiligen Gläubigerbranche?

Anpassung der Arbeitsweise an die Gläubigerbranche?

2.2.2 Wie kann ich Inkasso beauftragen?

Sie beauftragen Inkasso, indem Sie einen Inkassovertrag abschließen sowie eine Inkassovollmacht erteilen. Diese Dokumente werden Ihnen vom Inkassounternehmen Ihrer Wahl zur Verfügung gestellt. Mit Abschluss des Vertrags erfolgt in der Regel die Beauftragung zum „Einzug Ihrer Forderung im Auftrag“. Für den Bearbeitungsstart der individuellen Forderungen benötigt das Inkassounternehmen die jeweilige Rechnung sowie fallbasiert weitere Dokumente (Mahnungen, bisheriger Schriftverkehr, Schuldanerkenntnisse, etc.)

Auf unserer Detailseite haben wir weitere Informationen zum Thema Inkassounternehmen beauftragen für Sie aufbereitet.

Kooperationspartner Germania Inkasso Dienstleistungen

2.2.3 Ab wann sollte ich Inkasso beauftragen?

Der richtige Übergabezeitpunkt erfordert Fingerspitzengefühl. Einerseits möchte man gegenüber seinen eigenen Kunden kulant sein. Auf der anderen Seite möchte man auch sicherstellen, dass die Forderung zügig und vollständig beglichen wird.

Rechtlich gilt folgendes: Um eine Forderung an ein Inkassobüro zu übergeben muss der Schuldner im Zahlungsverzug sein. In Zahlungsverzug kann der Schuldner sogar ohne Gläubiger-Mahnung geraten. Auf der Rechnung kann bereits eine feste Zahlungsfrist vereinbart sein. Wenn der Schuldner bis zu diesem Termin nicht bezahlt hat, befindet er sich in Verzug. Des Weiteren ist der Schuldner spätestens 30 Tage nach Erhalt der Rechnung in Verzug. Wenn nichts anders vereinbart, greift diese gesetzliche Regelung. Auch in dieser Situation kann es mit Beginn des Verzuges zum Inkasso ohne Gläubiger-Mahnung kommen. Endkunden müssen auf diesen Umstand in der Rechnung allerdings explizit hingewiesen werden. Ebenso müssen Endkunden mindestens einmal schriftlich gemahnt werden, bevor eine Forderung ans Inkasso abgegeben werden kann.

Typischerweise wird der Schuldner, egal ob Privat- oder Geschäftskunde, mit mehreren Mahnungen auf den Verzug hingewiesen. Auch sind klärende Telefonate mit dem Schuldner hilfreich, bevor Sie eine Forderung ans Inkasso übergeben. Jedoch sollte man nicht zu lange mit der Übergabe an ein Inkassounternehmen warten, da die Realisierungsquote sinkt je älter die Rechnung ist. Bspw. liegt bei Germania Inkasso die Realisierungsquote von Forderungen, die 1-3 Monate alt sind 12 Prozentpunkte über der Realisierungsquote von Forderungen, die 6-12 Monate alt sind. Hier finden Sie unser Beispiel mit genaueren Informationen.

Ratgeber Inkassokosten Fragen Antworten FAQ

2.3 Was sollte ich noch wissen?

2.3.1 Was kostet Inkasso für Gläubiger?

Die dem Gläubiger entstandenen Kosten für das Inkasso sind Teil des sogenannten Verzugsschadens (Verzugszinsen berechnen), welche der Schuldner ersetzen muss. Insofern müssen Gläubiger im Erfolgsfall keine Inkassogebühren zahlen. Ist der Versuch, die Forderung einzutreiben, erfolglos, berechnen manche Inkassounternehmen dem Gläubiger weitere Gebühren für ihre Auslagen. Andere berechnen keine Gebühren im Misserfolgsfall und berechnen stattdessen eine jährliche Mitgliedschaft, analog einer „Flat-Rate“ durch die Forderungen auch im Misserfolgsfalls ohne zusätzliche Kosten bearbeitet werden.

Je nach Forderungstyp, z.B. bei titulierten Forderungen, oder bei internationalen ist es auch gängig mit Erfolgsprovisionen zu arbeiten, da die Bearbeitung meist geringe Erfolgschancen und mehr Aufwand mit sich bringt.

Im Inkassomarkt gibt es daher eine große Spannbreite an Gebührenmodellen.

Professionelles Forderungsmanagement Im Unternehmen

2.3.2 Wann ist ein Forderungsverkauf sinnvoll?

Der Forderungsverkauf ist die vollständige Abtretung einer Forderung des Gläubigers gegen einen Schuldner an eine dritte Partei (meist ein Inkasso- oder Factoring-Unternehmen). Die Vorteile gegenüber der normalen Übergabe an einen Inkassodienstleister sind die sofortige Liquidität sowie die Sicherheit über das Ergebnis. Nachteilig ist jedoch die Realisierungsquote auf die Forderungshöhe. Wenn ein Inkassounternehmen Forderungen kauft, wird es Risikozuschläge verlangen. Die Risikozuschläge sind vor allem auf die Informationsunterschiede zwischen dem Verkäufer der Forderung und dem Käufer zurückzuführen. Der Gläubiger weiß in der Regel deutlich besser, ob sein Schuldner zahlt, als das kaufende Inkassounternehmen. Daher lohnt sicher Forderungsverkauf oft nur bei einer hohen Anzahl ähnlicher Forderungen, die leicht zu bewerten sind. So ist bspw. der Verkauf von Forderungen im Telekommunikationsbereich in großen Paketen üblich. Bei einzelnen B2B Forderungen, z.B. eine verkaufte Maschine für €50.000 ist von einem Forderungskauf in den meisten Fällen abzuraten. Inkassounternehmen müssten zu hohe Risikozuschläge nehmen und könnten daher deutlich weniger als den Erwartungswert für die Forderung anbieten.

Mahnverfahren Gesetzliche Regelung

Wie funktioniert Auslandsinkasso?

Forderungen von Schuldnern im Ausland zu realisieren, stellt oft eine große Herausforderung für Unternehmen dar. Neben Sprachbarrieren fehlt oft auch die Kenntnis der jeweiligen Rechtslage sowie der geeignete Rechtsbeistand. Daher macht es insbesondere Sinn Auslandsforderungen durch Inkassodienstleister bearbeiten zu lassen.

Der Ablauf ist ähnlich zum nationalen Inkasso-Vorgang, und erfolgt grob in vier Schritten:

  1. Personalisiertes Anschreiben mit Forderungsaufstellung
  2. Persönliche Kontaktaufnahme (per Telefon oder über lokale Partner)
  3. Europäischer Zahlungsbefehl oder Klage (falls notwendig)
  4. Langfristige Forderungsüberwachung (falls notwendig)
Globus Mit Weltkarte Germania Inkasso Internationales Inkasso Im Ausland

Was Schuldner über Inkasso wissen sollten

3.1 Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen im Inkasso?

Inkassobüros betreiben nach § 2 Abs. 2 RDG die Einziehung (Inkasso) fremder bzw. zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird.

Die Rechtsgrundlage ist ein Inkassovertrag zwischen dem Inkassounternehmen und dem Gläubiger. Der Inkassovertrag ist ein sogenannter Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 675 BGB, bei dem Auftragsrecht (§ 662 BGB) sowie Dienstvertragsrecht (§ 611 BGB) gelten. Die Geltendmachung der Forderung durch das Inkassobüro beim Schuldner geschieht entweder auf der Grundlage einer Inkassovollmacht (§ 2 Abs. 2 Alt. 1 RDG) oder einer Sicherungsabtretung (§ 2 Abs. 2 Alt. 2 RDG).

Die oben dargestellte Rechtsgrundlage erlaubt es Inkassodienstleistern, Forderungen beim Schuldner zunächst durch außergerichtliche Mahnung, falls erforderlich, aber auch im gerichtlichen Mahnverfahren geltend zu machen. Klagen müssen allerdings von einem Rechtsanwalt geführt werden. Deshalb arbeiten Inkassounternehmen oft mit Partneranwälten zusammen.

In Deutschland ist der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) in Berlin allgemein für die Inkassowirtschaft zuständig. Der Verband stellt die Maßstäbe an Seriosität sowie die strengen Anforderungen an der ordnungsgemäßen, gewissenhaften und rechtstreuen Berufsausübung seiner Mitglieder sicher.

Ab der Beauftragung durch den Gläubiger gilt das Inkassounternehmen als erster Ansprechpartner für den Schuldner. Der Schuldner sollte Anfragen während dieser Zeit an das Inkassounternehmen richten. Zahlungen, die er zur Forderungsregulierung leistet, zahlt der Schuldner an den Inkassodienstleister. Rechte und Pflichten sind hier eindeutig: Erst wenn die gesamte Forderung beglichen wird, ist der Inkassovorgang abgeschlossen.

3.2 Welche Gebühren dürfen beim Inkasso erhoben werden?

Inkassogebühren sind Kosten, die durch den Inkassoauftrag des Gläubigers entstehen. Befindet sich der Schuldner im Verzug, muss er dem Gläubiger die Kosten erstatten, die für die Realisierung seiner berechtigten Forderung nötig sind (§§ 280 & 286 BGB). Diese Paragrafen besagen, dass alle finanziellen Nachteile, die dem Gläubiger durch die Beitreibung sowie die verspätete Zahlung entstehen, durch den Schuldner auszugleichen sind.

Zum sogenannten Verzugsschaden gehören auch die Gebühren für das Inkasso. Die Höhe des Verzugsschadens ist in § 4 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt und der Höhe von Anwaltskosten angeglichen. Unter die zulässigen Kosten fallen:

  • Die Hauptforderung: Die Summe, die der Schuldner dem Gläubiger schuldet, d.h. der offene Rechnungsbetrag
  • Nebenforderungen, je nachdem welche angefallen ist, u.a.:
    • Mahnkosten: Ab der zweiten Mahnung dürfen i.d.R. max. 2,50 € pro Mahnung verlangt werden.
    • Kosten für die Adressermittlung und Bankrücklastschriften sind zulässig, wenn die jeweilige Höhe nachgewiesen wird.
    • Eine Auslagenpauschale von maximal 20 € (z.B. für Porto, Recherchekosten, oder Übersetzungen) kann verlangt werden.
    • Geschäftsgebühr: Diese Gebühr entsteht durch die außergerichtliche Bearbeitung des Falls. Bemisst sich nach der Höhe der Hauptforderung.
    • Einigungsgebühr: Fällig bei Abschluss einer Ratenzahlung. Bemisst sich nach der Höhe der Hauptforderung sowie Nebenforderungen und Zinsen.
    • Mahnbescheid: Erwirkt ein Inkassobüro einen Mahnbescheid gegen einen Schuldner, kann es die Kosten dafür verlangen.
    • Vollstreckungskosten: Leitet ein Inkassobüro Vollstreckungsmaßnahmen gegen den Schuldner ein, so hat dieser die dafür anfallenden Kosten zu tragen.
  • Verzugszinsen: I.d.R. dürfen diese Zinsen nicht mehr als 5 %-Punkte (B2C) oder 9% (B2B) über dem Basiszinssatz liegen.

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen muss der Schuldner folglich beim Inkasso nicht nur die Hauptforderung bezahlen, da immer auch zusätzliche Gebühren aufkommen. Ein seriöses Inkassobüro listet die Hauptforderung, Nebenforderung sowie Zinsen transparent in den Mahnungen auf. So hat der Schuldner einen transparenten Überblick. Wer glaubt ungerechtfertigte Gebühren zahlen zu müssen kann sich Hilfe bei der Verbraucherzentrale holen, die eine kostenlose Prüfung anbietet.

3.3 Wie erkenne ich seriöses Inkasso?

Neben einer ordnungsgemäßen Forderungsaufstellung und einer Registrierung über eine zuständige Registrierungsbehörde lassen sich ergänzende Eckdaten finden, die auf einen seriösen Inkasso-Anbieter hinweisen. Dazu gehören die gewissenhafte Arbeitsweise, eine gute Beratung und eine gute Erreichbarkeit des Inkassounternehmens. Es muss ein Interessenausgleich zwischen dem Gläubiger und dem Schuldner erzielt werden, damit die Forderung seriös geltend gemacht werden kann. Zudem sollte das Inkassounternehmen Mitglied im Inkassoverband BDIU sein.

Hier finden Sie die Mitgliederliste des Verbandes BDIU.

Germania Inkasso: Effektives & Internationales B2B-Inkasso

3.4 Jetzt zum Thema Inkasso beraten lassen!

    Patrick Lingen: Geschäftsführer Germania Inkasso-Dienst GmbH & Co. KG

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