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Verzugszinsen berechnen - alles was Sie wissen müssen

Hier finden Sie eine Sammlung der wichtigsten Informationen rund um das Thema Verzugszinsen berechnen sowie Verlinkungen zu weiterführenden Informationen

Finden Sie die passende Inkasso-Lösung.

Was trifft am besten auf Sie zu?

Haben Sie eine Einzelforderung oder wiederkehrende Forderungen?

Wie hoch ist die Forderung?

Wurde die Forderung bereits tituliert?

Was ist die Grundlage Ihrer Forderungen?

Gegen wen richteten sich Ihre Forderungen?

Wo ist der Schuldner ansässig?

Wie viele Inkasso-Forderungen fallen bei Ihnen typischerweise pro Jahr an?

Wie hoch ist das typische Volumen pro Forderung?

Kurzzusammenfassung:

  • Verzugszinsen können ab dem Zeitpunkt des Zahlungsverzugs berechnet werden.
  • Der Verzugszins ist auf die Verzugsdauer umzurechnen.
  • Der Verzugszins ist nur auf den Rechnungsbetrag zu erheben.
  • Der Verzugszins für Privat- und B2B-Kunden bezieht sich auf den aktuellen Basiszinssatz (+ 5% bei B2C, + 9% bei B2B).
  • Der Zahlungsverzug beginnt einen Tag nach Fälligkeit der Zahlung und endet am Tag des Zahlungseingangs.
  • Eine Verzinsung von Verzugszinsen ist unzulässig.

1. Was sind Verzugszinsen?

1.1 Was ist die Definition für Verzugszinsen?

Verzugszinsen dürfen vom Gläubiger berechnet werden, wenn Unternehmen oder Privatpersonen ihre offenen Forderungen nicht bis zur festgelegten Zahlungsfrist begleichen. Die Höhe der Verzugszinsen ist dabei gesetzlich geregelt und an einen Basiszinssatz gekoppelt.

Dieser wird halbjährlich von der Deutschen Bundesbank nach Vorgaben der Europäischen Zentralbank neu berechnet und veröffentlicht.

1.2 Ab wann darf ich Verzugszinsen berechnen?

Verzugszinsen dürfen berechnet werden, sobald sich der Schuldner im Zahlungsverzug befindet.

Hier haben wir ein Beispiel für Sie aufbereitet, bei dem die Säumnistage aufgezeigt werden:

01.03.2021 = Fälligkeitstag der Rechnung

02.03.2021 = erster Verzugstag (= 1. Voller Zinstag)

03.03.2021 = zweiter Verzugstag (= 2. Voller Zinstag)

04.03.2021 = Verzugsbeendigung durch Zahlungseingang (= 3. Voller Zinstag)

Der Verzugszeitraum beträgt also: 02.03.2021-04.03.2021 = 3 Säumnistage

1.3 In welcher Höhe darf ich Verzugszinsen berechnen?

Gläubiger können bei Forderungen von Privatpersonen einen anderen Zinssatz in Rechnung stellen als bei Geschäftskunden. Der Zinssatz berechnet sich nach dem aktuellen Basiszinssatz.

Dabei können, wenn Sie es in Ihren AGB so vereinbart haben, bei B2C-Kunden zusätzlich +5% und bei B2B-Kunden zusätzlich +9% veranschlagt werden.

2. Wie berechne ich Verzugszinsen?

2.1 Mit dieser Formel berechnen Sie Verzugskosten (B2C und B2B)

Die grundsätzliche Formel für Verzugszinsen lautet für B2C: Rechnungsbetrag x (Basiszinssatz + 5%) x Verzugstage / 365 = Verzugszinsen und für B2B: Rechnungsbetrag x (Basiszinssatz + 9%) x Verzugstage / 365 = Verzugszinsen.

Den Verzugszins können Sie entlang unterschiedlicher Formeln berechnen. Dabei werden hauptsächlich B2B und B2C unterschieden. Wenn Sie in Ihrem Vertrag oder in Ihrer Rechnung darauf hingewiesen haben, dass erhöhte Verzugszinsen fällig werden, können Sie bei B2C-Kunden +5% und bei B2B-Kunden +9% veranschlagen:

B2C: Rechnungsbetrag x (Basiszinssatz + 5%) x Verzugstage / 365 = Verzugszinsen

Verzugszinsen_Privatkunden

B2B: Rechnungsbetrag x (Basiszinssatz + 9%) x Verzugstage / 365 = Verzugszinsen

Verzugszinsen_B2B-Kunden

Achtung: Bei der Berechnung können Sie bei Nicht-Schaltjahren /365, bei Schaltjahren /366 und bei der kaufmännischen Zinsberechnung mit /360 Tagen rechnen.

2.2 Welche Informationen benötigen Sie beim Berechnen des Verzugszinses?

Um den Verzugszins berechnen zu können, müssen Sie zunächst wissen, wie hoch der offene Forderungsbetrag ist. Dieser ergibt sich aus Ihrer Rechnung, in welcher Sie alle Rechnungsposten aufgelistet haben. Außerdem sollten Sie Kenntnis darüber haben, wie viele Tage seit der Zahlungsfrist vergangen sind (Säumnistage). Dabei zählt der erste Tag nach der Zahlungsfrist als erster voller Zinstag und der Tag, an dem die Zahlung eingeht als letzter voller Zinstag. Den aktuellen Basiszinssatz zur Berechnung der Verzugszinsen können Sie hier nachlesen.

2.3 Rechenbeispiel für Privatkunden

Beispiel:

Ein Privatkunde hat bei einem Händler Waren im Wert von 1.000 Euro gekauft. Nach Ablauf des Zahlungsziels ist beim Verkäufer nach 100 Tagen keine Zahlung eingegangen. Der Kunde befindet sich somit in Verzug. Der Verkäufer hat bereits eine Zahlungserinnerung und eine Mahnung versendet.

Die Verzugszinsen für die Verzugsdauer berechnen sich im Beispiel folgendermaßen:

Rechnungsbetrag x (Basiszinssatz + 5%) x Verzugstage / 365 = Verzugszinsen

1000€ x (0,88% + 5%) x 100 / 365 = 11,44€

Die Gesamtsumme inklusive der Verzugszinsen beträgt bei unserem Privatkunden somit 1011,44€.

2.4 Rechenbeispiel für B2B-Kunden

Beispiel:

Ein B2B-Kunde hat bei einem Händler Waren im Wert von 1.000 Euro gekauft. Nach Ablauf des Zahlungsziels ist beim Verkäufer nach 100 Tagen keine Zahlung eingegangen. Der Geschäftskunde befindet sich somit in Verzug. Der Verkäufer hat bereits eine Zahlungserinnerung und eine Mahnung versendet.

Bei der Berechnung von Verzugszinsen bei B2B-Kunden müssen Sie lediglich einen anderen Basiszinssatz beachten:

Rechnungsbetrag x (Basiszinssatz + 9%) x Verzugstage / 365 = Verzugszinsen

1000€ x (0,88% + 9%) x 100 / 365 = 22,56€

Die Gesamtsumme inklusive der Verzugszinsen beträgt bei unserem Geschäftskunden somit 1022,56€.

3. Welche Online-Rechner für Verzugszinsen gibt es?

Hier haben wir für Sie drei Verzugszinsen-Rechner sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile aufgelistet:

Vorteile

  • Hohe Sicherheit – direkt von der Justizverwaltung
  • Sehr übersichtlich und einfach gestaltet

 Nachteile

  • Wenige Anpassungsmöglichkeiten
  • Keine Erläuterung der einzelnen Variablen
Zum Zinsrechner des Mahnportals der Bundesländer
Zinsrechner Mahnverfahren – Mahngerichte De

Vorteile

  • Detaillierte Erläuterungen der einzelnen Variablen
  • Verschiedene Anpassungsmöglichkeiten (z.B. Wahl der Zinsmethode)

Nachteile

  • Nur bis 2015 zurückgehend
Zum Zinsrechner von finanzfluss
Verzugskosten Berechnen Finanzfluss

Vorteile

  • Sehr umfangreich, inkl. Möglichkeit mehrere Schuldbeträge zu berechnen
  • Verschiedene Anpassungsmöglichkeiten (z.B. Wahl der Zinsmethode)

Nachteile

  • Etwas unübersichtlicher als die anderen Rechner
Zum Zinsrechner von zinsen-berechnen.de
Zinsrechner Für Verzugszinsen

4. Auf welcher juristischen Basis darf ich Verzugszinsen erheben?

Verzugszinsen_juristische Basis

Nach § 288 BGB ist eine Geldschuld ab Beginn des Zahlungsverzugs des Schuldners zu verzinsen. Dabei beginnt der Zahlungsverzug nach Fälligkeit oder mit einer Mahnung (§ 286 BGB). Die Geltendmachung eines weiteren Schadens ist nicht ausgeschlossen. Gesetzliche Verzugszinsen können vertraglich nicht ausgeschlossen werden und es ist nach § 288 BGB verboten, Zinsen auf Verzugszinsen zu berechnen. Auch nach § 353 HGB ist es bei Geschäften zwischen Unternehmen nicht erlaubt, Zinsen auf Verzugszinsen zu berechnen.

Nach § 367 BGB ist für die Entrichtung von Verzugszinsen vorgeschrieben, dass diese vorrangig vor der Hauptschuld gezahlt werden müssen. Durch individuelle Vereinbarungen kann der Gläubiger nach § 288 BGB auch einen höheren Verzugszinssatz verlangen. Diese Vereinbarung muss in den AGB aufgeführt sein und kann zu einer unwirksamen Vereinbarung werden, wenn der Zinssatz den zu erwartenden Schaden übersteigt. Des Weiteren muss dem Schuldner nach § 309 BGB in den AGB ausdrücklich die Möglichkeit der Nachweisführung über einen geringeren Schaden eingeräumt werden.

5. Welche weiteren Gebühren kann ich neben Verzugszinsen berechnen?

Neben Verzugszinsen können bei Geschäftskunden auch weitere Gebühren vom Gläubiger erhoben werden: die Mahnpauschale von 40 Euro nach §288 BGB. Dies gilt auch, wenn eine Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Schuldner vereinbart wurde. Fordert der Gläubiger im späteren Verlauf Schadensersatz, muss die Pauschale mit dem Schadensersatz verrechnet werden. Für den Fall, dass nachweisbar höhere Kosten für das Mahnverfahren entstanden sind, können auch mehr Gebühren erhoben werden. Auch wenn für die Eintreibung der Forderung Unterstützung von einem Anwalt oder einem Inkassounternehmen notwendig ist, fallen höhere Kosten an.

Die Mahnpauschale kann nur für Behörden und B2B-Kunden angesetzt werden – nicht für Privatkunden. Bei diesen müssen gegebenenfalls niedrigere Mahngebühren angesetzt werden.

6. Was kann ich tun, wenn der Schuldner die Verzugszinsen nicht zahlt?

Wenn Ihr Schuldner seine offenen Forderungen und Verzugszinsen nicht bezahlt, empfehlen wir Ihnen Ihre Forderungen zügig an ein seriöses Inkassounternehmen zu übergeben, welches Ihre Außenstände mit hoher Realisierungsquote eintreibt. Germania realisiert viele Fälle bereits außergerichtlich und legt großen Wert auf konstruktive Gespräche mit dem Schuldner, sodass Ihre Geschäftsbeziehungen erhalten bleiben.

Tipp: Je schneller Sie Ihre Forderungen an uns übergeben, desto höher sind die Realisierungschancen!

Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Beratungsgespräch



    Patrick Lingen: Geschäftsführer Germania Inkasso-Dienst GmbH & Co. KG

    Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Verzugszins haben, oder Ihre offene Forderung direkt an uns übergeben möchten, um höhere Realisierungschancen zu erzielen, können Sie uns gerne für ein kostenloses Gespräch kontaktieren.

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