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Mahnbescheid beantragen: So funktioniert es

Erfahren Sie hier alles was Sie über den Mahnbescheid und dessen Beantragung wissen sollten!

Mahnbescheid

Was ist ein Mahnbescheid?

Mit einem gerichtlichen Mahnbescheid kann ein Gläubiger seine offenen Forderungen gegenüber einem Schuldner vor Gericht geltend machen. Mit der Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens wird die Verjährung der Forderung unterbrochen und ein vollstreckbarer Schuldtitel erwirkt. Mit diesem Schuldtitel können Sie die Zwangsvollstreckung durchführen.

Wenn Sie einen Mahnbescheid beantragen, können Sie für Ihre offenen Forderungen meist schneller einen Vollstreckungstitel erlangen, als durch ein Klageverfahren.

Welche Voraussetzungen für einen Mahnbescheid gibt es?

Die Voraussetzung um einen Mahnbescheid beantragen zu können ist, dass Ihre Forderung unbestritten ist. Eine unbestrittene Forderung liegt vor, wenn Ihr Kunde innerhalb des Fälligkeitsdatums Ihre Rechnung nicht beglichen hat und keine Einwände gegen diese eingelegt hat. Wenn Sie eine berechtigte und begründete Geldforderung haben, können Sie einen Mahnbescheid beantragen – auch als Privatperson.

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Wann sollten Sie ein Mahnverfahren einleiten?

Wenn außergerichtliche Bemühungen keinen Erfolg haben, kann der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten.

Wenn Sie einen Mahnbescheid beantragen fallen geringere Kosten (z.B. Gerichtskosten), als für ein Klageverfahren an. Widerspricht Ihr Kunde dem Mahnbescheid nicht, kann ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden. Dieser Vollstreckungstitel ermächtigt Sie dazu, die Zwangsvollstreckung (z.B. Kontopfändung) zu betreiben. Falls Ihr Kunde dem Mahnbescheid widerspricht müsste die Forderung im Wege des Klageverfahrens vor dem Prozessgericht weiter geltend gemacht werden.

Wenn Sie vermuten oder bereits wissen, dass Ihr Schuldner im Moment nicht in der Lage ist, Ihre Rechnung zu begleichen (aber noch keine Insolvenz angemeldet hat), empfehlen wir die Titulierung der Forderung. In vielen Fällen verändern sich die Vermögensverhältnisse der Schuldner im Laufe der Zeit, sodass dann zu einem späteren Zeitpunkt die Zwangsvollstreckung eingeleitet werden kann.

Wann sollten Sie kein Mahnverfahren einleiten?

Wenn Ihr Kunde sich beharrlich weigert, Ihre Rechnung zu begleichen, sollten Sie keinen Mahnbescheid beantragen. Ein Widerspruch gegen den Mahnbescheid ist sehr wahrscheinlich. In diesem Fall sollten Sie direkt Klage einreichen.

Wer trägt die Kosten, wenn Sie einen Mahnbescheid beantragen?

Nach einem erfolgreichen Mahnverfahren sind die Kosten dafür vom Schuldner zu tragen. Jedoch müssen Sie diese Kosten im Vorhinein tragen und können Ersatz vom Schuldner verlangen. Die Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens werden im Vollstreckungsbescheid gegen den Antragsgegner festgesetzt.

Was geschieht nach dem Beantragen eines Mahnbescheides?

Wenn Sie uns als Ihren Inkassopartner beauftragt haben, werden wir Ihre offenen Forderungen beim zuständigen Gericht geltend machen. Das Gericht erlässt den Mahnbescheid und übermittelt ihn an Ihren Schuldner. Wenn Ihr Schuldner den Mahnbescheid erhalten hat, hat dieser zwei Wochen die Gelegenheit dazu, diesem zu widersprechen oder die Forderung zu begleichen.

Was geschieht, wenn der Schuldner keinen Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt?

Wenn Ihr Schuldner innerhalb der zweiwöchigen Frist keinen Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt, erfolgt die Beantragung des Vollstreckungsbescheides. Nach Erlass des Vollstreckungsbescheides stellt das zuständige Gericht diesen entweder direkt an den Schuldner von Amtswegen oder gegebenenfalls im Parteibetrieb durch den Gerichtsvollzieher zu. Anschließend hat Ihr säumiger Kunde erneut zwei Wochen Zeit, Ihre Forderungen zu begleichen oder gegen den Vollstreckungsbescheid Einspruch zu erheben. Wenn diese zweiwöchige Frist erneut nicht eingehalten wird, sind Sie nach Ablauf im Besitz eines rechtskräftigen Titels, der 30 Jahre vollstreckbar bleibt.

Was geschieht, wenn der Schuldner Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt?

Wenn Ihr Kunde Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt, besteht die Möglichkeit Ihre Forderungen in einem gerichtlichen Klageverfahren einzufordern. Falls Sie Ihre Forderungen in diesem gerichtlichen Prozess nicht durchsetzen können, haben Sie keinen Anspruch mehr auf diese.

Beim gerichtlichen Verfahren entstehen zusätzliche Kosten, die bei Erfolg vom Schuldner getragen werden müssen.

Welche Fristen müssen Sie beachten, wenn Sie einen Mahnbescheid beantragen?

Sie sollten verschiedene Fristen im Blick haben, wenn sie einen Mahnbescheid beantragen möchten:

  • Zahlungsfrist (Hauptforderung): Maximal 30 Tage
  • Widerspruchsfrist gegen den Mahnbescheid: 2 Wochen ab erfolgter Zustellung
  • Antragsfrist des Vollstreckungsbescheides: Nach Ablauf der zweiwöchigen Widerspruchsfrist, jedoch innerhalb 6 Monaten (ansonsten verliert der Mahnbescheid seine Wirkung).
  • Einspruchsfrist gegen den Vollstreckungsbescheid: 2 Wochen ab erfolgter Zustellung
  • Verjährungsfrist: Je nach Zahlungsanspruch

Mehr zur Verjährungsfrist:

Die gesetzliche Verjährungsfrist beträgt drei Jahre ab der Entstehung Ihres Anspruchs (soweit sich aus dem Gesetz nichts anderes ergibt).

So beträgt zum Beispiel die Verjährungsfrist je Zahlungsanspruch:

  • Schadenersatzansprüche bei Mietsache: 6 Monate
  • Fracht- und Speditionskosten: 1 Jahr
  • Baumängel: 5 Jahre
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