Drittschuldnererklärung

Drittschuldnererklärung ist eine Auskunft über die offenen Forderungen von Dritten gegenüber dem Schuldner. Ein Gläubiger kann im Zuge der Zwangsvollstreckung anstelle einer gewöhnlichen Vollstreckung das Vermögen des Schuldners im Wert dessen Forderungen oder andere Vermögenswerte gegenüber Dritten vollstrecken. Der Dritte wird dann als Drittschuldner des Gläubigers bezeichnet. Die Drittschuldnererklärung unterliegt Fristen und ist nach Zustellung eines Pfändungsbeschlusses oder einer Pfändungsverfügung vom Drittschuldner auf Beschluss des Gläubigers abzugeben.

Wann und an wen wird sie abgegeben?

Die Drittschuldnererklärung wird in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses (siehe auch Pfändung) gegenüber dem Gläubiger bzw. dem Gläubigervertreter abgegeben. Sie kann aber auch gegenüber dem Gerichtsvollzieher mündlich bei Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses oder schriftlich innerhalb der genannten Frist abgegeben werden.

Wenn die Drittschuldnererklärung nicht abgegeben wird

Sollte der Drittschuldner die Erklärung gar nicht, nicht rechtzeitig oder unvollständig abgeben, hat der Gläubiger gemäß §840 Abs.2 Satz 2 ZPO die Möglichkeit, den hieraus entstandenen Schaden ersetzt zu verlangen.

Drittschuldner darf nicht an den Schuldner leisten

Mit Beginn der Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses darf der Drittschuldner nicht mehr an den Schuldner leisten. Leistet er dennoch, erlischt die Schuld nicht und er ist gegenüber dem Gläubiger erneut zur Leistung verpflichtet. Verweigert der Drittschuldner die Zahlung, kann der Gläubiger nicht direkt in die gepfändete Forderung vollstrecken, sondern muss zunächst eine Einziehungsklage (Drittschuldnerklage) erheben.