Inkassounternehmen Definition

Inkassounternehmen sind wirtschaftlich und kaufmännisch betriebene Wirtschaftsunternehmen. Sie führen geschäftsmäßig die Einziehung von Forderungen durch.

Seriöse Inkassounternehmen benötigen zum Ausüben ihres Gewerbes nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) eine Inkassoerlaubnis.

Zu Zeiten des Rechtsberatungsgesetzes (RBerG) durften Inkassounternehmen lediglich außergerichtlich tätig werden und stellten damit keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Ergänzung zur Anwaltschaft dar. Nach Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) zum 01. Juli 2008 sind die Befugnisse von Inkassounternehmen indes erweitert worden. Durch das RDG erhielten Inkassounternehmen die Erlaubnis, zusätzlich gerichtliche Mahnverfahren und Forderungspfändungen zu beantragen.

Dazu gehören u.a.:

  • die Fertigung außergerichtlicher Schreiben
  • das telefonische Inkasso
  • Vor Ort Inkasso wie es der Germania Inkasso-Dienst mit eigenen Mediatoren betreibt
  • die Einholung von Auskünften aus dem Schuldnerverzeichnis
  • die Ermittlung des Aufenthaltsortes des Schuldners
  • die Bonitätsprüfung
  • die Ermittlung der Haftungsverhältnisse des Schuldners
  • die Beantragung von gerichtlichen Mahn- /Vollstreckungsbescheiden (seit 1. Juli 2008)
  • das Aushandeln und Abwickeln von Ratenzahlungen, Stundungs- und Vergleichsvereinbarungen
  • die Beauftragung von Gerichtsvollziehern nach Vorliegen eines vollstreckbaren Titels zur Durchführung von Maßnahmen der Zwangsvollstreckung und zur Abnahme der eidesstattlichen Versicherung und
  • die Überwachung von zeitweilig uneinbringlichen Forderungen als Voraussetzung für neue Maßnahmen.
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