Das Wichtigste zur Titulierung auf einen Blick:
- Eine titulierte Forderung ist das Resultat eines gerichtlichen (Mahn-)Verfahrens und die Legitimation für eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme gegen den Schuldner.
- Für die Titulierung wird eine öffentliche Urkunde vom Amtsgericht erstellt.
- Diese Urkunde wird Schuldtitel oder nur Titel genannt und stellt die Forderung rechtsverbindlich fest.
- Der Titel selbst bewirkt eine Verlängerung der Forderungsverjährung auf 30 Jahre und stellt sicher, dass Vollstreckungsorgane nicht mehr die Berechtigung der Forderung prüfen müssen.
Was ist eine Titulierung?
Eine Titulierung ist ein gerichtlicher Vorgang, der einer Partei einen Anspruch zusichert. Darunter fallen insbesondere Vollstreckungsbescheide, Urteile, gerichtliche Vergleiche und Kostenfestsetzungsbeschlüsse.
Eine titulierte Forderung ist das Resultat eines gerichtlichen (Mahn-)Verfahrens und die Legitimation für eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme gegen den Schuldner. Für die titulierte Forderung wird eine öffentliche Urkunde vom Amtsgericht erstellt. Diese Urkunde wird Schuldtitel oder nur Titel genannt und stellt die Forderung rechtsverbindlich fest.
Nach der Kennzeichnung mit der Vollstreckungsklausel nach §§724 und 725 Zivilprozessordnung (ZPO) sowie der Zustellung an den Schuldner dient die Titulierung gegenüber den Vollstreckungsorganen als Nachweis der Vollstreckbarkeit der Forderung (insbesondere gegenüber Amtsgerichten für die Forderungspfändung und Gerichtsvollziehern für die Sachpfändung).
Der Titel selbst bewirkt eine Verlängerung der Forderungsverjährung auf 30 Jahre (§197 BGB) und stellt sicher, dass Vollstreckungsorgane nicht mehr die Berechtigung der Forderung prüfen müssen. Typische Schuldtitel sind vollstreckbare Urteile aus streitigen Verfahren sowie der Vollstreckungsbescheid, bei dem im Übrigen eine Vollstreckungsklausel grundsätzlich nicht erforderlich ist.
Wichtig, über Titulierung zu wissen:
Im deutschen Recht unterscheidet man verschiedene Arten von vollstreckbaren Titeln. Die häufigsten sind Vollstreckungsbescheide aus dem gerichtlichen Mahnverfahren und Urteile aus Klageverfahren. Daneben existieren aber auch gerichtliche Vergleiche, bei denen sich Gläubiger und Schuldner vor Gericht auf eine Regelung einigen, notarielle Urkunden mit Vollstreckungsunterwerfung sowie Kostenfestsetzungsbeschlüsse.
Auch Arrest- und einstweilige Verfügungsbescheide können als Titel dienen. Ein besonderer Fall sind vollstreckbare Ausfertigungen notarieller Verträge, etwa bei Immobilienkrediten, wo der Schuldner bereits bei Vertragsabschluss die Zwangsvollstreckung anerkennt. Allen Titeln gemeinsam ist, dass sie eine rechtskräftige Feststellung der Forderung darstellen und als Grundlage für Vollstreckungsmaßnahmen dienen. Der Vollstreckungsbescheid ist dabei besonders verbreitet, weil er schnell und kostengünstig über das gerichtliche Mahnverfahren erlangt werden kann.
Wie wird eine Forderung tituliert?
Für eine (ausgemahnte) und in Verzug gesetzte Forderungssache wird zunächst der Mahnbescheid beim zuständigen Mahngericht beantragt wird. Dort wird dieser dann erlassen und geht dem Schuldner in amtlicher Zustellung zu. Nun sieht das gerichtliche Mahnverfahren aber ein zweiteiliges System vor, und so folgt auf den (unwidersprochenen) Mahnbescheid der Vollstreckungsbescheid. Dieser muss separat beantragt werden. Bleibt der Vollstreckungsbescheid ohne Einrede, gilt der Titel nach Ablauf der 14-tägigen Frist als erwirkt.

Ein rechtskräftiger Titel ist der Schlüssel zur Zwangsvollstreckung. Mit ihm kann der Gläubiger verschiedene Vollstreckungsmaßnahmen einleiten, um seine Forderung durchzusetzen. Die häufigste Form ist die Kontopfändung (Forderungspfändung), bei der das Guthaben auf Bankkonten des Schuldners gepfändet wird. Alternativ kann eine Gehaltspfändung erfolgen, sofern der Schuldner in einem Anstellungsverhältnis steht – allerdings nur innerhalb der pfändbaren Grenzen. Auch die Sachpfändung durch einen Gerichtsvollzieher ist möglich, wobei bewegliche Gegenstände wie Möbel, Elektronik oder Fahrzeuge verwertet werden können. Bei Immobilieneigentum kommt die Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung in Betracht.
Wann verjährt eine Titulierung?
Gewöhnlich unterliegt eine nicht titulierte Forderung der „normalen“ Verjährung nach (§195 BGB). Sie verjährt also, bis auf wenige Ausnahmen, innerhalb von drei Jahren. Besitzt der Gläubiger hingegen einen Vollstreckungstitel, so beträgt die Verjährungsfrist in der Regel 30 Jahre (§197 BGB).
Kann ich titulierte Forderungen verkaufen?
Es besteht die Möglichkeit offene Forderungen für einen bestimmten Preis an Inkassounternehmen zu verkaufen, der allerdings unter dem Wert der noch offenen Forderung liegt. Für Inkassounternehmen, die ebenso das Ausfallrisiko einer Zahlung tragen, muss sich das Geschäft schließlich rentieren. Hat man genügend Geduld ist das Treuhandinkasso oft die bessere Lösung. Im Artikel Forderungsverkauf – Lohnt es sich? haben wir die Vor- und Nachteile gegenübergestellt.
Wie geht Germania Inkasso mit titulierten Forderungen um?
Eine titulierte Forderung, die nicht erfolgreich vollstreckt werden konnten, ist noch lange nicht verloren. Im Gegenteil: In solchen schwierigen Fällen kommt es darauf an, nicht aufzugeben und die wirtschaftliche Situation des Schuldners langfristig zu überwachen. Die Vermögenssituation des Schuldners kann sich schließlich ändern.
Doch wie erfahren Sie zeitnah, ob Ihr Schuldner wieder zu Geld gekommen ist? Und wie gehen Sie damit um, wenn Ihr Schuldner verschwunden ist? Je nach Forderungshöhe fragen Sie sich womöglich, ob sich der weitere Aufwand überhaupt lohnt oder Sie nur Geld und Ressourcen verschwenden.
In solchen Fällen ist es ratsam, die langfristige Überwachung des Schuldners und die Überprüfung seiner finanziellen Lage extern auszulagern. Hierbei kann Sie ein spezialisiertes Inkassounternehmen wie Germania Inkasso unterstützen. Wir bewerten die Erfolgschancen Ihrer Fälle gründlich kontinuierlich neu. Dazu gehören neben dem regelmäßigen Bonitätscheck auch ausführliche Umfeld- und Adressrecherchen, beispielsweise wenn der Aufenthalts- oder Wohnort eines Schuldners nicht bekannt ist. Genauso können neue Arbeitgeber, Bankverbindungen oder versteckte Vermögenswerte effektiv ermittelt werden. Sobald sich die Liquidität Ihres Schuldners verbessert, können weitere Schritte eingeleitet werden.
Wie kann man die Titulierung einer Forderung abwenden?
Schuldner sollten versuchen, mit ihren Gläubigern eine außergerichtliche Einigung zu erzielen und zum Beispiel eine Ratenzahlung anbieten. Gläubiger vermeiden auch lieber die Kosten und das Risiko eines gerichtlichen Mahnverfahrens.
Kann ein SCHUFA Eintrag in Verbindung mit der Titulierung gelöscht werden?
Ist ein negativer SCHUFA-Eintrag vorhanden, wirkt sich das ungünstig auf die Bonitätseinstufung eines Schuldners aus. Das hat zur Folge, dass Mobilfunkverträge, Kredite oder die Anmietung einer Wohnung oftmals abgelehnt werden. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich in regelmäßigen Abständen seine SCHUFA zu checken und gegebenenfalls eine Löschung der noch bestehenden Titulierung zu beantragen.
Diese kann erfolgen, wenn:
- der SCHUFA-Eintrag fälschlicherweise vorgenommen wurde.
- die gesetzliche Frist von drei Jahren bereits abgelaufen ist und der Eintrag immer noch besteht.
- die Forderung bereits bezahlt ist und im Schuldnerverzeichnis des zuständigen Amtsgerichts vermerkt wurde.
- eine strittige nicht titulierte Forderung besteht.
Wer hilft mir, wenn gegen mich ein Titel vorliegt? Als Schuldner helfen Ihnen auch Anlaufstellen wie die Verbraucherzentrale oder das Verbraucherportal des Bundesjustizministeriums.
Titulierung sichert langfristig Ihre Forderungsansprüche
Die Titulierung einer Forderung ist ein unverzichtbares Instrument im professionellen Forderungsmanagement. Sie verwandelt einen einfachen Zahlungsanspruch in einen vollstreckbaren Rechtstitel und verschafft dem Gläubiger erhebliche Vorteile: Die Verjährungsfrist verlängert sich von drei auf 30 Jahre, und der Titel bildet die rechtliche Grundlage für alle Vollstreckungsmaßnahmen – von der Kontopfändung bis zur Zwangsversteigerung. Auch wenn der Schuldner aktuell zahlungsunfähig ist, lohnt sich die Titulierung: Die wirtschaftliche Situation kann sich ändern, und mit einem Titel in der Hand bleiben Sie handlungsfähig. Das gerichtliche Mahnverfahren ist dabei ein vergleichsweise schneller und kostengünstiger Weg zum Vollstreckungstitel. Für Gläubiger gilt: Eine frühzeitige Titulierung sichert Ihre Ansprüche langfristig ab und erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Forderungsrealisierung erheblich – selbst wenn die Durchsetzung erst Jahre später erfolgt.
